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Pastorin Dorothea Blaffert verabschiedet sich nach 26 Jahren

|   News aus Rosengarten

„Reise leise und weise,

stimme die Seele auf Dur,

male dir eine Schneise,

biege vom breiten Geleise

ab in die bunte Natur.“ (Klaus Nagorni)

Ja, ich gehe nun auf Reisen und habe viele Erinnerungen im Gepäck: Namen, Geschichten, Bilder, Erfahrungen, Worte und Gesten. Und ich möchte meine Seele bei allem Abschiedsschmerz auf Dur stimmen, denn es war eine wunderbare, erfüllte und gesegnete Zeit. Jeder von Ihnen und Euch ist und bleibt ein Teil davon.

Ich stimme ein voller Dank, dass ich an diesem Ort zusammen mit meiner Familie so viele Jahre glücklich sein konnte, bei allen Höhen und Tiefen, die sich immer einstellen. Dankbar bin ich für Menschen, mit denen ich zusammen gearbeitet, gefeiert, gebetet, gelacht und geweint habe. Dankbar bin ich für so vieles, was wir - immer gemeinsam - auf den Weg bringen konnten, insbesondere die Fusion mit Nenndorf. Dankbar bin ich für das Vertrauen, mit dem Sie und Ihr mich begleitet habt. Eine ganze Generation habe ich aufwachsen sehen, Täuflinge und Konfirmanden von damals getraut. Das alles ist ein Geschenk. Und ich habe Freunde gewonnen, Menschen, die mir wichtig sind und bleiben.

Ich stimme ein voller Traurigkeit, dass die Zeit vorbei ist. Es heißt nun abbiegen auf einen neuen Weg, der mich von hier wegführt. Von vielen Menschen habe ich Abschied genommen in den vergangenen Jahren, das gehört zu meinem Beruf. Ich war immer sehr gerührt, zu spüren, dass Trauer hier einen Ort hat und begleitet wird. Nicht alles bringe ich nun zu Ende, andere führen weiter, was angefangen ist. Vor allem, wie geht es weiter nach dieser langen Zeit mit so viel Abstand und leeren Räumen im Gemeindehaus? Ich bin gewiss, dass mein Nachfolger Roland Arndt mit Ihnen und Euch gute Wege finden wird, die Arbeit fortzusetzen oder zu erneuern.

Ich stimme ein voller Freude, denn die Arbeit ist getan, ich bin zufrieden und ich gehe in Frieden mit eurem Segen, das ist mir wichtig. Das stimmt meine Seele auf Dur, denn der Segen, der mitgeht, ist eine Schneise in die Zeit, die vor mir liegt. Ich freue mich auf eine neue Zeit und neue Aufgaben, auf eine neue Wohnung und einen neuen Ausblick.

Was war mir wichtig? Aufzählen kann ich das nicht, es würde den Gemeindebrief komplett füllen. Wichtig ist mir, dass ich am Ende Danke sagen kann für die wunderbaren Menschen: meine Kollegin Katharina, mein Kirchenvorstand und alle MitarbeiterInnen, Danke für meine Konfirmanden und all die Menschen in den Rosengarten Dörfern, Danke für Kuchen und Kaffee, Danke ins Rathaus, ins Welcome Café, in den Kirchenkreis, in die Suptur, in die Grundschule, ins Diakonische Werk und ins Kirchenkreisamt, Danke in jedes Haus, das mich eingeladen hat.

Am 31.7.2021 endet mein Pfarrdienst in Rosengarten. Was sagt die Losung an diesem Tag? „Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.“ Johannes 3,27. Das passt doch. Ich war und bin Pastorin aus Berufung, der Himmel hat mich beschenkt und begabt, Gott war und ist meine Kraft, davon konnte ich nehmen und geben Tag für Tag – darum: Gott sei Dank für diese Zeit und für das, was kommt.

„Sei der Sonne gesonnen
steige auf Leitern aus Luft.
Zeit in der Sanduhr verronnen,
Himmelsblicke gewonnen,
atme den schwebenden Duft.“   (Klaus Nagorni)

Zeit ist verronnen, Himmelsblicke gewonnen –
so möchte ich Abschied nehmen, auch wenn es schwerfällt. Ich lege Ihnen und Euch diese Kirchengemeinde ans Herz, tragen Sie alle dazu bei, dass hier die Kirche lebendig bleibt und für andere Menschen, so bunt und vielfältig, da sein kann. Der Himmel hat es uns gegeben.

Dorothea Blaffert, Pastorin

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Foto: C. Wöhling