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In der Bibel lesen

|   News aus Rosengarten

Während der Pandemie machen Menschen Dinge, die sie vorher selten oder nie getan haben: Sie backen selber Brot oder räumen ihren Keller auf. Manche lesen auch die Bücher, die sie immer schon lesen wollten. Laut einer Umfrage ist das meistgenannte nichtgelesene Buch Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“.

An dritter Stelle steht die Bibel.

Wäre das nicht was? Ein langer dunkler Abend, eine Kerze, ein leckeres Getränk – und dann in der Bibel schmökern? Ich wette, Sie besitzen eine!
Wie aber fängt man an? Vorne anfangen und bei der Offenbarung enden wäre gründlich, verlangt aber sehr viel Durchhaltevermögen. Es gibt Bibellesepläne (im Internet unter „Deutsche Bibelgesellschaft“). Da bekommt man für jeden Tag eine Textstelle zugeteilt, und man lernt verschiedene biblische Bücher kennen. Vielleicht schätzt man die strenge Struktur in dieser strukturlosen Zeit. Oder man fängt da an, wo die Bibel am besten erzählt. Mein persönlicher Favorit ist der Aufstieg und Fall König Davids. Man beginnt im 1. Buch Samuel im 8. Kapitel mit der Idee eines Königs für Israel. Dann folgt die glücklose Episode des Königtums König Sauls, Davids Aufstieg, seine Söhne und im 1. Buch der Könige im 2. Kapitel dann sein Tod. Gott immer dabei – aber im Hintergrund.
Große Erzählkunst findet man auch im 1.Buch Mose: Nach Schöpfung, Sündenfall, Sintflut und Turmbau (1.Mose 1-11) kann man Abraham und seinen Nachfahren folgen auf oft verschlungenen Lebens- und Glaubenswegen. Bis zum Kapitel 50 liest sich der Text relativ stringent, so dass man vielleicht Lust bekommt, weiterzulesen.
Als Einstieg in die Evangelien empfehle ich Lukas. Von ihm stammen die großen bekannten Erzählungen (unsere Weihnachtsgeschichte, der barmherzige Samariter, der Vater mit den beiden Söhnen); es ist gut, einmal den erzählerischen Zusammenhang wahrzunehmen, in den Lukas sie stellt.
Erwachsene Taufbewerber erzählen mir auch von guten Erfahrungen mit biblischen Hörbüchern. Vielleicht ist das was für Sie? Und ich verwende gern zwei Bücher von Martina Steinkühler: „Wie Feuer und Wind“ / „Wie Brot und Wein“. Hier wird die Bibel nacherzählt und gleichzeitig in eine historische Rahmenhandlung eingeordnet – das hilft beim Verstehen und beim Dranbleiben.
Wenn wir wieder miteinander sprechen dürfen, freue ich mich, von Ihren Erfahrungen zu hören!

Pastorin Katharina Behnke

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